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27.04.2017  Wirtschaft
Umsatz und Ergebnis über dem Vorjahr
Heidelberger Druckmaschinen hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz deutlich gesteigert. Unter dem Strich bleibt noch ein Minus - es fällt jedoch deutlich geringer aus als im Vorjahr.
Heidelberg hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/2016, vom 1. April bis 30. September 2015, die strategische Neuausrichtung des Konzerns umgesetzt und in diesem Zeitraum weitere Fortschritte erzielt. So wurden die Wachstumsbereiche Services und Digital ausgebaut und im Bereich Bogendruckmaschinen Strukturen und Prozesse weiter verschlankt.

Durch die Übernahme der Printing Systems Group (PSG) konnte der Umsatz mit Service und Verbrauchsmaterialien wie geplant erhöht werden. Die fünf Landesgesellschaften wurden vollständig in die Heidelberg-Vertriebsorganisation integriert und die Managementstruktur dementsprechend angepasst. Die Hälfte des geplanten Mehrumsatzes von rund 100 Millionen Euro durch die Übernahme wurde nach 6 Monaten realisiert.

Heidelberg plant in diesem Wachstumssegment auch in der Zukunft weitere Zukäufe und rechnet, mittelfristig damit rund 50 Prozent des Konzernumsatzes mit Service und Verbrauchsmaterialien zu erzielen. Auch die stärkere Fokussierung des Forschungs- und Entwicklungsbudgets auf den Bereich Digitaldruck wird zunehmend sichtbar. So verlief der Verkaufsstart der neuen digitalen Etikettendruckmaschine von Heidelberg für den Verpackungsmarkt erfolgreich. Ebenso konnte Heidelberg ein deutsches Start-up-Unternehmen aus der Nahrungsmittelbranche für seine neueste Entwicklung im Bereich des 4D-Drucks gewinnen. Mit der Vorstellung der ersten industriellen Bogen-Digitaldruckmaschine auf der Branchenmesse drupa im kommenden Jahr wird der nächste Meilenstein in der Digitalstrategie erreicht.

Im Bereich Bogendruckmaschinen wurden die geplanten Effizienzmaßnahmen weiter vorangetrieben, mit dem Ziel, die Flexibilität zu erhöhen und die künftige Profitabilität zu steigern. Die vollständige Umsetzung bis zum Geschäftsjahresende soll vor allem im zweiten Halbjahr die Profitabilität im Bereich Bogendruckmaschinen zusätzlich verbessern.

**break**Mit dem Umzug der Hauptverwaltung und des Print Media Center Commercial von Heidelberg nach Wiesloch-Walldorf ist eine wichtige Strukturmaßnahme abgeschlossen. Dadurch werden künftig Prozesse beschleunigt und die jährlichen Betriebskosten für die Standorte weiter reduziert. Zusammen mit dem Print Media Center Packaging entsteht so in Wiesloch-Walldorf das weltweit größte Vorführzentrum für den Akzidenz- und Verpackungsdruck in der Industrie. Der Verkauf der freien Verwaltungsliegenschaften in Heidelberg wurde vertraglich fixiert und wird voraussichtlich im Laufe des Geschäftsjahres ertragswirksam.

"Wir setzen unsere Wachstumsstrategie konsequent um. Neue Geschäftsmodelle und ein dynamisches Portfolio haben zu einer deutlichen Umsatzsteigerung geführt", sagte Dirk Kaliebe, Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. "Durch die Neuausrichtung von Heidelberg haben wir zudem unsere Flexibilität erhöht, um auf Marktschwankungen besser reagieren zu können und die Profitabilität weiter zu steigern."

Die Geschäftsergebnisse von Heidelberg liegen nach 6 Monaten im Geschäftsjahr 2015/2016 im Rahmen der eigenen Planungen. So lagen Umsatz und operatives Ergebnis zum Halbjahr wie erwartet über den Vorjahreswerten. Vor allem der Erwerb der europäischen Printing Systems Group (PSG) sowie Währungseffekte machten sich positiv im Umsatz bemerkbar.

Höherer Umsatz

Der Konzernumsatz erhöhte sich nach 6 Monaten auf 1,162 Milliarden Euro (Vorjahr: 996 Millionen Euro). Darin enthalten sind 68 Millionen Euro positive Währungseffekte. In allen Regionen außer Eastern Europe (stabil) konnte der Umsatz gesteigert werden. Der Auftragseingang verbesserte sich im Berichtszeitraum auf 1,323 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,167 Milliarden Euro).

Das operative Ergebnis wurde im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr gesteigert. So lag das EBITDA ohne Sondereinflüsse bei 79 Millionen Euro (Vorjahr: 53 Millionen Euro) und das EBIT ohne Sondereinflüsse bei 43 Millionen Euro (Vorjahr: 19 Millionen Euro). Beide Kennziffern profitierten im laufenden Geschäftsjahr vom Ertrag aus der Übernahme der PSG in Höhe von rund 19 Millionen Euro, dem im Vorjahr ebenfalls ein Ertrag von 18 Millionen Euro aus der Gallus-Transaktion gegenüber stand.

Im Segment Heidelberg Services wurde das Ergebnis durch erzielte Verbesserungen aus den Portfoliomaßnahmen gesteigert und lag damit bereits zum Halbjahr auf Zielkurs, die geplante EBITDA-Marge von 9 bis 11 Prozent zu erreichen. Der für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres erwartete und saisonal typische Anstieg des Umsatzvolumens sowie die positiven Effekte der Effizienzmaßnahmen sollen im zweiten Halbjahr wie geplant in zunehmendem Umfang zu Ergebnisverbesserungen im Segment Heidelberg Equipment führen, um die EBITDA-Zielmarge von 4 bis 6 Prozent zu erreichen.

Nach der abgeschlossenen Refinanzierung des Kreditrahmens sank das Finanzergebnis zum Halbjahr auf minus 30 Millionen Euro (Vorjahr: minus 33 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich von minus 32 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 8 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich deutlich auf minus 14 Millionen Euro nach minus 42 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Free Cashflow lag im Berichtszeitraum mit minus 30 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres (minus 30 Millionen Euro).

Zum 30. September 2015 beschäftigte der Heidelberg-Konzern weltweit 11.753 Mitarbeiter, zuzüglich 473 Auszubildender (Vorjahr: 12.393, zuzüglich 550 Auszubildender). Darin sind rund 380 neue Mitarbeiter aus dem Erwerb der PSG enthalten.

Ausblick Gesamtjahr

Vor dem Hintergrund der soliden Auftragsentwicklung strebt Heidelberg im laufenden Geschäftsjahr 2015/2016 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent an. Das Unternehmen rechnet wie im Vorjahr damit, dass der Umsatzanteil in der zweiten Jahreshälfte höher ausfallen wird als in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres. Unter der Prämisse, dass die Initiativen zur Margensteigerung und Portfoliooptimierung insbesondere im Bereich Equipment im laufenden Geschäftsjahr wie geplant greifen, geht das Unternehmen davon aus, dass im Geschäftsjahr 2015/2016 eine operative Marge gemessen am EBITDA von mindestens 8 Prozent vom währungsbereinigten Umsatz erreicht werden kann.

Das Segment Heidelberg Equipment soll zu diesem Ergebnis innerhalb einer Bandbreite von 4 bis 6 Prozent beitragen und das Segment Heidelberg Services mit 9 bis 11 Prozent. Im Segment Heidelberg Financial Services werden Kundenfinanzierungen weiterhin primär externalisiert. Das Segment soll auch künftig einen positiven EBITDA-Beitrag leisten. (kü)
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