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Claus Bolza-Schünemann
28.04.2017  Wirtschaft
Starkes Plus beim Auftragseingang
KBA hat im zweiten Quartal des laufenden Jahres deutlich besser gefüllte Auftragsbücher. Der Halbjahresumsatz hat sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert.
KBA ist im zweiten Quartal dem Ziel, in allen Geschäftsbereichen positive Ergebnisse zu erzielen, erheblich nähergekommen. Besonders beim Auftragseingang konnte der Druckmaschinenhersteller in den ersten sechs Monaten mit einem Plus von 33,2 Prozent auf 607,5 Millionen Euro gegenüber 2014 stark zulegen. Am 30. Juni standen Aufträge für 597,9 Millionen Euro in den Büchern, gut 43 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

Dagegen lag der Halbjahres-Umsatz mit 426,9 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 517,8 Millionen Euro beziehungsweise anteilig noch hinter dem Jahresziel von gut 1 Milliarde Euro zurück. Die überproportionale Umsatzverteilung auf die zweite Jahreshälfte hatte der Vorstand bereits früher angekündigt. Obwohl KBA durch das fast abgeschlossene "Fit@All"-Programm seine Kostenbasis deutlich absenken konnte, belasteten noch fehlende Deckungsbeiträge das Ergebnis.

Der im zweiten Halbjahr noch zu liefernde Produktmix ist profitabler als im Berichtszeitraum. In Summe geht der Vorstand deshalb weiterhin davon aus, die angekündigte positive EBT-Marge von bis zu 2 % vom Umsatz zu erreichen. Das Restrukturierungsprogramm Fit@All wird bis Ende 2015 abgeschlossen. Ergebnisbelastende Sondereffekte aus noch ausstehenden Maßnahmen über getroffene Vorsorgen hinaus erwartet das Management nicht.  "Durch das positive Konzernergebnis vor Steuern von 6,9 Millionen Euro im zweiten Quartal haben wir das EBT von minus 17,7 Millionen Euro nach den ersten drei Monaten auf minus 10,8 Millionen Euro zur Jahresmitte verbessert. Erfreulich sind die erheblichen Ergebnisverbesserungen bei Sheetfed und Digital & Web. Trotz des Rückstandes zur Halbzeit streben wir im Zuge des Aufholprozesses für 2015 weiterhin eine EBT-Rendite von bis zu 2 Prozent vom Umsatz an."

Nach Steuern ergibt sich ein Konzernergebnis von minus 9,3 Millionen Euro (2014: minus 3,4 Millionen Euro). Dies entspricht einem anteiligen Ergebnis je Aktie von minus 0,55 Euro gegenüber minus 0,20 Euro im Vorjahr. 

Ergebnisse in den Segmenten

Die Sparte Sheetfed Solutions war im Berichtszeitraum besonders erfolgreich und konnte den Auftragseingang gegenüber 2014 mit 262,4 Millionen Euro um 40,3 Prozent auf 368,1 Millionen Euro steigern. Maßgeblich dazu beigetragen hat die hohe Nachfrage aus dem Verpackungssektor. Der Umsatz im Bogensegment legte im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf 239,0 Millionen Euro zu und wird in der zweiten Jahreshälfte noch stärker wachsen. Der Auftragsbestand erreichte zum Halbjahresende 2015 mit 310,6 Millionen Euro den höchsten Wert seit 2007. Fortschritte auf der Kosten- und Preisseite führten zu einer massiven Verbesserung des Segmentergebnisses von minus 8,4 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,8 Millionen Euro. Im weiteren Jahresverlauf erwartet der Vorstand eine weitere signifikante Ertragssteigerung.

Durch Neuabschlüsse bei Digital- und Zeitungsdruckmaschinen stiegen die Bestellungen im Segment Digital & Web Solutions gegenüber 2014 von 45,6 Millionen Euro auf 69,2 Millionen Euro. Durch den geringen Auftragsbestand zu Jahresbeginn blieben die Erlöse mit 36,7 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 71,3 Millionen Euro, der Auftragsbestand am Ende des zweiten Quartals war dagegen mit 83,4 Millionen Euro deutlich höher als 2014 mit 69,1 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr wird das Segmentergebnis mit minus 8,9 Millionen Euro ausgewiesen, 2014 waren es minus 11,5 Millionen Euro. Durch die verbesserte Auftragslage und Auslastung wurde im zweiten Quartal mit minus 0,2 Millionen Euro der Turnaround fast erreicht. In den Folgequartalen soll sich durch höhere Umsätze und stärker wirkende Einsparungen das Ergebnis sukzessive weiter verbessern.

Neben wachsenden Erfolgen im noch jungen Geschäftsfeld flexible Verpackungen trugen mehr Aufträge im Blech-, Wertpapier- und Kennzeichnungsdruck zum Wachstum des Neugeschäfts im Segment Special Solutions um 21,0 Prozent auf 199,0 Millionen Euro bei. Mit 169,9 Millionen Euro lag der Spartenumsatz deutlich unter dem von großen Wertpapieranlagen geprägten Vorjahr mit 227,8 Millionen Euro. Im dritten und besonders im vierten Quartal erwartet KBA in diesem Geschäftsfeld einen signifikanten Erlösanstieg. Zur Jahresmitte standen Aufträge im Wert von 224,5 Millionen Euro in den Büchern, 201 waren es 238,5 Millionen Euro. Durch den im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 weniger margenstarken Produktmix unterschritt das Segmentergebnis in der aktuellen Berichtsperiode mit 3,6 Millionen Euro deutlich den Vorjahreswert von 33,9 Millionen Euro. 

Ende Juni 2015 waren im KBA-Konzern 5.266 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, 844 weniger als im Vorjahr. Ohne Auszubildende, Praktikanten, freigestellte Mitarbeiter und Beschäftigte in Altersteilzeit sank die Belegschaft auf 4.599. Ende 2015 wird die früher genannte Zahl von etwa 4.500 Konzernbeschäftigten erreicht.

In Summe geht der Vorstand weiterhin davon aus, die angekündigte positive EBT-Marge von bis zu 2 Prozent vom Umsatz zu erreichen. Das Restrukturierungsprogramm wird bis Ende 2015 abgeschlossen. Ergebnisbelastende Sondereffekte aus noch ausstehenden Maßnahmen über getroffene Vorsorgen hinaus erwartet das Management nicht. (kü)

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