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News / Online-Bedeutung nimmt zu
Mit 220 Teilnehmern war das Symposium gut besucht.
22.04.2017  Wirtschaft
Online-Bedeutung nimmt zu
Das dritte Online Print Symposium, das am 26. und 27. März in München/Unterschleißheim stattgefunden hat, belege deutlich den zunehmenden Stellenwert des E-Business Print im deutschsprachigen Raum, resümieren die Veranstalter. Mit einer Rekordteilnehmerzahl von über 220 Entscheidern aus der Druckbranche habe die Leitveranstaltung der Onlinedruckbranche so viel Beachtung wie nie zuvor gefunden.

Dabei sei der internationale Stellenwert der Veranstaltung gestiegen. Teilnehmer und Referenten kamen unter anderem aus den USA, Brasilien, Nigeria oder Israel. Zum Auftakt trat erstmals Robert Keane, der Gründer und CEO des weltgrößten Onlinedruck-Konzerns Cimpress, bekannt durch seine Marke Vistaprint, vor einem Fachpublikum auf. Er verdeutlichte die Online-Effekte beim Verkauf von Drucksachen in Marktsegmenten, die „offline“ vertrieblich operierende Druckbetriebe kaum adressieren können. Außerdem legte er dar, wie für sein Unternehmen international Partnerschaften gestaltet werden. Begrifflich nutzte er dazu den Begriff „Co-opetion“, der ausdrückt, dass Wettbewerb  und Kooperation sich nicht ausschließen.


Das wurde auch in einem weiteren Vortrag hervorgehoben, den zwei Onlinedruck-Anbieter aus Deutschland und der Schweiz hielten. Obwohl sie durchaus gleichartige Geschäftsmodelle haben, sei für sie eine Kooperation international und über den Online-Vertriebsweg sinnvoll. Selbst sehr handwerkliche Ausrichtungen der Branche  könnten mittlerweile vom Onlinedruck-Modell profitieren, wie der Beitrag eines Hoch-Druck-Spezialisten darstellte. Das Essener Unternehmen erreiche nur genügend Reichweite durch die Online-Präsenz, und selbst dieses sehr Manufaktur-geprägte Druckgeschäft lasse sich mit einem Onlinedruckshop verbinden.


Die Druckbranche sei in praktisch allen Sparten vom Online-Vertriebsmodell erfasst, war eine Hauptaussage des Kongresse. Dabei zeige sich auch nach Beobachtung einiger Teilnehmer, dass dieses Geschäft schon von „Branchenfremden“ betrieben werde, die keine eigene Druckproduktion haben. Druckunternehmer müssten nun darauf achten, nicht nur zum Dienstleister eines Online-Geschäftsmodells zu werden. Das benötigt Kompetenzerweiterung in Bereiche wie IT-Wissen, Webshop-Programmierung und E-Commerce-Knowhow. Auch könne festgehalten werden, dass die Onlinedruckbranche bei der Veränderung Richtung „Industrie 4.0“ und Internet of Things schon sehr weit vorne stehe. Prozessautomatisierung, On-demand-Produktionsplanung und „kommunizierende“ Druckmaschinen sind Praxis, aber noch ausbaufähig, worauf mehrere Vortragende hinwiesen.

Bernd Zipper, CEO der mitveranstaltenden Zipcon Consulting GmbH, fasste zusammen: „Das dritte Online-Print-Symposium hat bewiesen, dass Online-Print in Deutschland, Österreich und der Schweiz endgültig die Nische“verlassen hat. Mit einem Marktvolumen von über 5,1 Milliarden Euro in diesen Regionen ist der Online-Druck in all seinen Facetten und Ausprägungen der relevante Vertriebsweg für Print heute und in Zukunft. Eine weitere Erkenntnis ist ganz klar: Fast jeder Drucker kann seine Nische finden – ob nun als Nischenshop oder als Kooperationspartner eines bestehenden Online Printangebotes. Online Print ist der bestimmende Faktor der Print-Medien Industrie der nächsten Jahre.“ In den genannten Umsatzzahlen seien laut Zipper sowohl die offenen als auch geschlossen Shop-Umsätze (etwa je 50 Pronzent) der 100 größten Anbieter der genannten Region enthalten.


Jens Meyer vom Mitveranstalter Bundesverband Druck und Medien (bvdm) kommentiert: „Das Online Print Symposium 2015 hat gezeigt, dass E-Business Print in der Branche angekommen ist. Alle Wachstumsprognosen der letzten Jahre sind deutlich übertroffen worden. E-Business Print bietet enorme Chancen auf neue Leads und Umsätze. Deutlich wurde auch, dass hinter jedem Business-Modell eine gute Geschäftsidee steht. Unternehmerische Kreativität und die Entwicklung attraktiver Angebote sind immer ein bestimmender Faktor erfolgreicher Online-Shops.“


„Die Druckfabrik der Zukunft ist insbesondere aus Sicht eines Forschungsinstituts von großem Interesse. Mit Druckaufträgen, die sich die Druckmaschine selber aussuchen, sind Industrie-4.0-Methoden nun auch bei Druckereien angekommen,“ stellt Dr. Andreas Kraushaar vom dritten Mitveranstalter, der Fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V. fest. „Das große Interesse am 3D-Scanner auf dem Fogra-Stand der begleitenden Ausstellung bestärkt uns in der Ausrichtung auf den grafischen 3D-Druck. Er ist ein weiteres Geschäftsfeld für Druckdienstleister - und prädestiniert für die Umsetzung im Online Shop.“


Das nächste Online Print Symposium findet am 17. und 18. März 2016 statt.

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