Please wait...
News / Mehr Umsatz
27.04.2017  Wirtschaft
Mehr Umsatz
KBA bilanziert das erste Quartal 2014. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Unternehmen bei Umsatz und Auftragseingang zugelegt. Das Betriebsergebnis bleibt jedoch noch negativ.
Mit 241,5 Mio. € stieg der Auftragseingang im Konzern um 20,8 Prozent. Dabei wuchsen die Bestellungen im Segment Bogenoffsetmaschinen um 10,3 Prozent auf 146,5 Millionen Euro (Vorjahr: 132,8 Millionen Euro) und im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen um 41,4 Prozent auf 95,0 Millionen Euro (Vorjahr: 67,2 Millionen Euro).

Die Nachfrage bei Rollenoffsetanlagen bleibt dennoch weiterhin schwach und belastet neben den Auftragsbüchern auch Umsatz und Ergebnis. Der Quartalsumsatz lag mit 213,4 Millionen Euro um 11,9 Prozent über dem Vorjahreswert von 190,7 Millionen Euro. Kundenseitige Lieferverschiebungen bei Sonderanlagen ließen den Umsatz im Segment Rollen- und Sondermaschinen gegenüber dem ersten Quartal 2013 nur leicht von 92,5 auf 94,7 Millionen Euro ansteigen, der Bogenumsatz wuchs dagegen um 20,9 Prozent auf 118,7 Millionen Euro. Am Quartalsende betrug der Auftragsbestand im Konzern 588,6 Millionen Euro.  

Durch den gegenüber 2013 um fast 20 Prozent niedrigeren Inlandsumsatz – im Wesentlichen durch weniger gelieferte Rollenanlagen – erhöhte sich die Exportquote gegenüber der Vorjahresperiode von 71,2 auf 79,3 Prozent. 

Die Bruttomarge erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal von 21,3 Prozent auf 25,4 Prozent. Das Betriebsergebnis war umsatzbedingt noch negativ, verbesserte sich aber gegenüber 2013 von –16,9 Millionen Euro auf –10,2 Millionen Euro. 

Bei der Umsetzung des Ende 2013 beschlossenen und bis 2016 laufenden "Fit@All"-Programms für den Konzernumbau ist KBA nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Claus Bolza-Schünemann im ersten Quartal 2014 "ein gutes Stück vorangekommen". Im Rahmen des bis Ende 2015 auf Konzernebene vorgesehenen Abbaus von 1.100 bis 1.500 Stellen wurden für etwa 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an verschiedenen Standorten Aufhebungs- und Altersteilzeitverträge, Sozialtarifverträge und Sozialpläne vereinbart. Angesichts einzuhaltender Kündigungsfristen, anstehender Verlagerungen und nicht abschließend geklärter Outsourcing-Optionen wird die schrittweise Umsetzung der Personalmaßnahmen erst Ende 2015 abgeschlossen sein.  

**break**Bei der Neuausrichtung von KBA geht es neben Kapazitätsanpassungen an kleiner gewordene Marktsegmente auch um die stärkere Ausrichtung auf Wachstumsmärkte wie den Verpackungsdruck. In diesem Zusammenhang verweist der Vorstandsvorsitzende auf die "gut voranschreitende Integration" der beiden 2013 neu hinzugekommenen Gesellschaften KBA-Kammann für den Glas-Direktdruck sowie KBA-Flexotecnica für das Marktsegment flexibler Verpackungsdruck.  

Dadurch erhöhte sich die Beschäftigtenzahl im Konzern Ende März 2014 auf 6.237 gegenüber 6.187 vor zwölf Monaten. Ohne die neu konsolidierten Gesellschaften und ohne Auszubildende, Praktikanten, befristete und Beschäftigte in Altersteilzeit sank die Mitarbeiterzahl um 166 auf 5.307. Diese Zahl wird demnächst unter 5.000 sinken, denn viele noch in der Statistik geführte Beschäftigte haben das Unternehmen bereits verlassen oder werden im laufenden Jahr ausscheiden.  

Ausblick 2014

Im Ausblick für 2014 verweist das Unternehmen auf die durch die Ukraine-Krise, die Wachstumsabschwächung in China und negative Wechselkurseffekte in wichtigen Schwellenländern gewachsenen Risiken für die Weltwirtschaft. Von den Volkswirtschaften in Nordamerika und im Euro-Raum erwartet KBA wieder einen stärkeren Wachstumsbeitrag. In den Märkten Asiens und in Ländern mit einer schwachen Währung bedeutet der starke Euro dagegen einen Wettbewerbsnachteil für die deutschen Druckmaschinenhersteller gegenüber japanischen und anderen Mitbewerbern außerhalb der EU.  

Das laufende Jahr sei, so Bolza-Schünemann, "von der Umsetzung des Fit@All-Programms zur Neuausrichtung auf einen im traditionellen Geschäft kleineren und strukturell stark veränderten Druckmaschinenmarkt geprägt". Trotz des im ersten Quartal gestiegenen Auftragseingangs und Umsatzes "erwarten wir für 2014 weiterhin einen stabilen Konzernumsatz von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro." Dabei sollten die noch junge Digitaldrucktechnik sowie Maschinen und Systeme für den Verpackungsdruck und Spezialmärkte einen wachsenden Umsatzbeitrag leisten und für eine Veränderung im Produktmix der KBA-Gruppe sorgen.  

Für den Konzernumbau hat der Druckmaschinenbauer bereits im Jahresabschluss 2013 umfassende Vorsorge zu Lasten des Ergebnisses getroffen. Die 2014 darüber hinaus anfallenden Sonderaufwendungen werden viel geringer sein, das Ergebnis aber noch einmal leicht belasten. "Ohne diese Sondereffekte streben wir wie in 2013 erneut ein positives operatives Betriebsergebnis an", so der KBA-Chef. Da die ergebnissteigernden Effekte erst nach Umsetzung des Fit@All-Programms voll wirksam werden, erwartet der Vorstand für das laufende Jahr noch einmal ein negatives Konzernergebnis vor Steuern (EBT).  

Sofern die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen stabil bleiben, soll schon 2015 ein signifikant besseres operatives und Vorsteuerergebnis bringen. Im Geschäftsjahr 2016 will der Konzern nach Abschluss der Umbaumaßnahmen wieder nachhaltig profitabel wirtschaften. Über wesentliche Meilensteine bei der Umsetzung des Fit@All-Programms will das Unternehmen in den kommenden Monaten zeitnah informieren. (kü)
Sie wollen immer auf dem Laufenden sein? Bestellen Sie jetzt den Newsletter von Druck & Medien!