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04.09.2013  Wirtschaft
Unter dem Schutzschirm
Die EAE Gruppe Ahrensburg hat vergangene Woche beim Amtsgericht Reinbek Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens gestellt. Es soll in Eigenverantwortung laufen.
Das Gericht hat die Fortführung des Betriebes durch den Geschäftsführer Werner Ringel bestätigt. Als vorläufiger Sachwalter wurde Peter-Alexander Borchardt, Reimer Rechtsanwälte Partnergesellschaft, Hamburg, benannt.
EAE ist Anbieter von Steuerungen, Automatisierungs- und Softwarelösungen für Zeitungsdruckereien. Weltweit nutzen rund 550 Druckereien Lösungen von EAE. Die Unternehmensgruppe ist am Firmensitz Ahrensburg bei Hamburg und zwei weiteren Standorten mit rund 270 Mitarbeitern tätig.

Der Geschäftsbetrieb wird an allen Standorten uneingeschränkt fortgeführt. In einer Betriebsversammlung erläuterte Geschäftsführer Werner Ringel der Belegschaft, dass die bestehenden Arbeitsverhältnisse vom Schutzschirmverfahren zunächst unbeeinflusst bleiben.

Neuausrichtung und Kostensenkung

2009 empfahl ein Gutachten von Price Waterhouse Coopers die umfassende Restrukturierung der EAE Gruppe. Von Banken, Gesellschaftern und Aufsichtsrat wurde Werner Ringel als Sanierungsmanager eingesetzt. "Wir haben eine klare Perspektive", sagt Werner Ringel. "Unser Ziel ist der Verkauf eines profitablen zukunftssicheren Unternehmens. Dafür haben wir eine tief greifende Restrukturierung gestartet."

EAE hat die Produktpalette überarbeitet und zwei neue Produktlinien vorgestellt. Der Direktvertrieb von Modernisierungslösungen für bestehende Rotationsdruckanlagen wurde ausgeweitet. Wachstumsstarke Geschäftsfelder, wie der Tief- und Flexodruck für die Verpackungsindustrie, werden bereits bearbeitet. Der Vertrieb in Indien und Südamerika wurde aufgebaut, um die dortigen Märkte zu bedienen.

Effekte der Neuausrichtung

Durch die strategische Neuausrichtung erwirtschaftete das Unternehmen in den zurückliegenden drei Geschäftsjahren positive Ergebnisse. Die Verschuldung wurde in dieser Zeit von 16 Millionen Euro auf 8 Millionen Euro reduziert. Ziel aller Maßnahmen war es, das Unternehmen fit für den Verkauf zu machen.

"Leider konnte der Verkauf unter den bisherigen Bedingungen nicht so schnell umgesetzt werden, wie es nötig gewesen wäre, um die Kapitaldecke aufzustocken",  erklärt Ringel. Die aktuelle Situation sei unter anderem auf Altschulden zurückzuführen. Einer notwendigen langfristigen Prolongation der bisherigen Kreditlinie war im August nicht zugestimmt worden.

"In meiner Funktion als Geschäftsführer musste ich jetzt ein Schutzschirmverfahren einleiten", sagt Werner Ringel. "Es dient dazu, binnen drei Monaten einen Plan für die letzte Sanierungsphase vorzulegen und rasch das Verfahren abzuschließen. Wir sehen dieses Instrument als große Chance, um auf dem bereits erfolgreich beschrittenen Weg der Sanierung die letzte Etappe zurückzulegen."

Derzeit werden intensive Verhandlungen mit den beteiligten Banken und Investoren geführt. Es gibt Interessenten, die kurzfristig in das Unternehmen investieren wollen. (kü)
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