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25.04.2017  Wirtschaft
Schwarze Zahlen im ersten Halbjahr
KBA legt die Zahlen für das erste Halbjahr 2012 vor: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kann das Unternehmen einen deutlichen Umsatzanstieg verzeichnen.
Zur Branchenmesse drupa im Mai dieses Jahres vollzog KBA mit der Vorstellung einer im Stammwerk Würzburg entwickelten und produzierten Inkjet-Rotation den Einstieg in den Wachstumsmarkt Digitaldruck. Mittelfristig soll durch diesen Schritt das geschrumpfte Geschäft mit Rollenoffsetanlagen zumindest teilweise kompensiert werden. Erste Verkäufe werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Wegen der von der drupa ausgehenden Sonderimpulse verbuchte KBA im zweiten Quartal bei Bogenoffsetmaschinen mit 211,1 Millionen Euro einen  hohen Auftragseingang. Über die gesamte Berichtsperiode stiegen die Bogenaufträge um 17,4 Prozent auf 364,0 Millionen Euro, 2011 waren es 310,1 Millionen Euro. Dagegen lagen die Bestellungen im Segment Rollen- und Sondermaschinen mit 215,3 Millionen Euro aufgrund der Investitionszurückhaltung bei Rotationsanlagen unter dem wegen einiger Großaufträge nur bedingt vergleichbaren außerordentlich hohen Vorjahreswert von 372,8 Millionen Euro. Insgesamt unterschritt der Auftragseingang im Konzern mit 579,3 Millionen Euro den Rekordwert des Vorjahres von 682,9 Millionen Euro um 15,2 Prozent. 

Der Konzernumsatz der KBA-Gruppe legte um 15,9 Prozent auf 590,5 Millionen Euro, im Vergleich zu 2011 mit 509,7 Millionen Euro zu. Bei den Rollen- und Sondermaschinen trugen Anlagen für den Wertpapier-, Zeitungs- und Akzidenzdruck sowie Kennzeichnungssysteme für diverse Industriebranchen zum Umsatzanstieg um 38,2 Prozent auf 347,5 Millionen Euro bei. 2011 waren es noch 251,5 Millionen Euro. Dagegen lag der Segmentumsatz bei Bogenoffsetmaschinen mit 243,0 Millionen Euro nach sechs Monaten noch hinter dem Ziel für 2012 und hinter dem Vorjahr mit 258,2 Millionen Euro zurück. Der positive drupa-Effekt soll sich erst in der zweiten Jahreshälfte stärker auswirken. 

Trotz geringerer Bestellungen im Anlagenbau übertraf der Auftragsbestand Ende Juni mit 814,5 Millionen Euro den Vorjahreswert von 614,0 Millionen Euro um rund ein Drittel. Bei Bogenmaschinen standen 25,8 Prozent, bei Rotations- und Sondermaschinen 36,3 Prozent mehr Aufträge in den Büchern. 

Schwarze Zahlen


Der höhere Umsatz und die auf 29 % gestiegene Bruttomarge führten gegenüber 2011 zu einem Sprung des Betriebsergebnisses von minus 7,3 Millionen Euro auf 13,6 Millionen Euro. Im Bereich Rollen- und Sondermaschinen konnte das Segmentergebnis auf 31,7 Millionen Euro gesteigert werden. 2011 waren es 14,1 Millionen Euro. Für beide Bereiche des Kerngeschäfts hat das Management kürzlich die laufenden Turn-Around-Programme mit  Kostensenkungsmaßnahmen ausgeweitet. Bei einem Finanzergebnis von minus 5,7 Millionen Euro legte das im ersten Halbjahr 2011 noch negative Vorsteuerergebnis  von minus 11,0 Millionen Euro deutlich auf 7,9 Millionen Euro zu.

**break**Bei einem gegenüber 2011 um 18,6 Prozent niedrigeren Inlandsumsatz erhöhte sich die Exportquote auf 89,7 Prozent. Getrieben durch China, erreichte das in der Region Asien/Pazifik erzielte Umsatzvolumen mit 27,4 Prozent fast den Anteil des europäischen Auslands von 28,6 Prozent. Auf Mittel-, Südamerika und Afrika entfielen überdurchschnittliche 26,7 Prozent des Umsatzes. Dagegen sank die Regionalquote Nordamerikas von 8,3 Prozent auf 7,0 Prozent. 

Beschäftigtenzahl weiter gesunken


Zum 30. Juni 2012 beschäftigte die KBA-Gruppe 6.252 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 329 Auszubildende. Ohne die neu konsolidierte Schweizer Tochtergesellschaft Print Assist AG lag die Zahl der Beschäftigten um 134 unter dem Vorjahr mit 6.371. Durch Altersteilzeitregelungen und andere Maßnahmen wird die Konzernbelegschaft in naher Zukunft auch inklusive der Auszubildenden unter die 6.000er Grenze sinken. 

Trotz der Verunsicherung vieler Kunden durch die Eurokrise, des rezessionsbedingten Nachfragerückgangs aus Südeuropa, der schwächeren Konjunktur in einer Reihe anderer Absatzmärkte sowie der derzeit etwas labilen wirtschaftlichen und politischen Lage hält das Management weiter an seinen Zielen für 2012 fest.

Diese beinhalten ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich auf über 1,2 Milliarden Euro sowie eine Verbesserung des Konzernergebnisses vor Steuern (EBT) auf einen Millionenbetrag im unteren zweistelligen Bereich. Bei seiner Prognose geht der Vorstand davon aus, dass das kürzlich erweiterte Kostensenkungsprogramm wie geplant umgesetzt werden kann und sich die gesamtwirtschaftliche Lage nicht kurzfristig grundlegend verschlechtert, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das Investitionsverhalten der Druckbranche. (kü)
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