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News / Gerhard Schröder wird Berater
27.04.2017  Wirtschaft
Gerhard Schröder wird Berater
Der Alt-Kanzler soll den Druck- und Medien-Konzern "in Fragen der internationalen Politik" beraten.
Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder wird Berater des Schweizer Medienhauses Ringier. Diese Aufgabe wird Schröder in Zürich am 1. Januar 2006 übernehmen, wie Verleger Michael Ringier am Donnerstag erklärte. "Er steht mir und auch anderen Mitarbeitern als Berater zu Verfügung".

Schröder werde am Hauptsitz des Medienkonzerns in Zürich ein eigenes Büro haben und den Verlag "in Fragen der internationalen Politik" beraten. Ringier sagte, er sei überzeugt, dass Schröder mit seiner internationalen Erfahrung eine Bereicherung für das Unternehmen sei, zumal man als Verleger auch politisch aktiv sein müsse.

Der Ringier-Verlag erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 37.4 Millionen Euro bei einem Umsatz von 750 Millionen Euro. Dennoch will der Zürcher Medienkonzern im Druck-Bereich weiter rationalisieren.

Wie die Geschäftsführung vor einigen Tagen mitteilte, sollen in der Ringier-Druckerei im schweizerischen Zofingen binnen der nächsten eineinhalb Jahren 50 von 750 Stellen gestrichen werden. Etwa die Hälfte des Abbaus erfolgt über frühzeitige Pensionierungen, der Rest über Entlassungen und natürliche Abgänge", wie Ringier mitteilte. Für die Entlassenen gibt es einen Sozialplan.

Der Schritt sei nötig geworden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, hieß es. Parallel zum Abbau will Ringier die Druckerei in Zofingen auch mit Investitionen stärken. Nach der Erneuerung der Rollenoffset- und Weiterverarbeitungsanlagen sollen nun auch die Tiefdruckanlagen modernisiert werden.

Neben "Blick" und "Sonntagsblick" erscheinen bei Ringier Titel wie das Wirtschaftsblatt "Cash", die "Schweizer Illustrierte", "Tele" oder die "Glückspost". Auch im Fernsehgeschäft ist Ringier tätig und hält unter anderem 50 Prozent der Anteile an der Sat.1 AG der Schweiz. Zwei Drittel des Umsatzes stammen aus Zukäufen in Mittel- und Osteuropa.

In Deutschland ist Ringier ebenfalls seit einiger Zeit publizistisch tätig: Der Verlag gibt das Potsdamer Monatsmagazin "Cicero" heraus, das erst kürzlich durch die so genannte Cicero-Affäre Schlagzeilen machte. 

Clemens von Frentz
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