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27.04.2017  Wirtschaft
Zwei Prozent mehr Lohn
Bei den Tarifverhandlungen in der Druckindustrie haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft gestern in Berlin auf einen neuen Lohntarifvertrag mit 33-monatiger Laufzeit geeinigt.
Die Einigung sieht eine Einmalzahlung in Höhe von 280 Euro brutto mit der Lohnab­rechnung für September 2011 vor, eine lineare Lohnerhöhung von 2 Prozent ab 1. August 2012 sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro brutto, die mit der Lohnabrechnung im Juli 2013 ausgezahlt wird. Auszubildende erhalten neben der vereinbarten linearen Lohnerhöhung von 2 Prozent  Einmalzahlungen in Höhe von 140 Euro brutto sowie 75 Euro brutto, Teilzeitbeschäftigte erhalten die Einmalzahlungen anteilig. Der Verhandlungsführer des bvdm, Wolfgang Pütz, wertete den Abschluss im Lohn als einen "tragbaren Kompromiss". Der Abschluss trage der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Branche Rechnung und gebe den Druckbetrieben eine hohe Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Gleichzeitig verlängern die Tarifvertragsparteien den Manteltarifvertrag unverändert um drei Jahre. Er kann frühestens zum 31. März 2014 gekündigt werden. Mit der Verweigerungshaltung hat Verdi nach Meinung der Arbeitgeber den nötigen Paradigmenwechsel im starren Tarifwerk der Branche verpasst. In den langwierigen und von vielen Streiks begleiteten Verhandlungen zum Manteltarifvertrag wären seitens der Gewerkschaft nur kosmetische und nicht justiziable Veränderungen angeboten worden. Wolfgang Pütz: "Die Gewerkschaft hat sich damit leider notwendigen strukturellen Anpassungen verschlossen. "Die von Verdi geforderten kostenintensiven Änderungen des Manteltarifs hätten erfolgreich zurückgewiesen werden können. Sie hätten das Tarifwerk zusätzlich überfrachtet, so der bvdm.

Verdi: "Erfolg für die Streikenden"

"Dieses Ergebnis ist ein Erfolg der Streikenden", kommentierte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, das Verhandlungsergebnis für die rund 160.000 Beschäftigten der Druckindustrie. An den Streiks in der Druckindustrie hatten sich seit dem Ende der Friedenspflicht Anfang Mai weit mehr als 10.000 Beschäftigte aus 120 Betrieben beteiligt. "Wir sind mit dem Ziel angetreten, Verschlechterungen für die Beschäftigten zu verhindern", betonte Werneke. Dies hätte ohne den Einsatz der Streikenden nicht erreicht werden können. Verdi erwarte jetzt, dass dieser Abschluss ohne Verschlechterungen im Manteltarifvertrag auch eine Grundlage für die bevor stehenden weiteren Verhandlungen für die Tageszeitungsjournalisten darstelle. Das Tarifergebnis steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der großen Tarifkommission für die Druckindustrie, die voraussichtlich nächste Woche zusammentritt. (kü)
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