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25.04.2017  Wirtschaft
Runde drei beginnt
Am Dienstag beginnt die nächste Runde der Lohn- und Manteltarifverhandlungen für die rund 160.000 Beschäftigten in der Druckindustrie. Der Bundesverband Druck und Medien und die Gewerkschaft Verdi verhandeln ab 13 Uhr in Frankfurt am Main.
Die Arbeitgeber bedauern in einer Stellungnahme, dass es bisher zu keiner Annäherung der Positionen gekommen ist. Der Verhandlungsführer des bvdm, Wolfgang Pütz, sagt: "Oberstes Ziel der Arbeitgeber ist es, die Zukunft der Druckindustrie und ihrer Beschäftigten zu sichern. Wir wollen mit einer Reform des Manteltarifvertrages die Branche stabilisieren und besser auf die Zukunft ausrichten."

Die Druckindustrie stehe in einem zunehmenden Wettbewerb mit anderen Medienanbietern, und dies bei steigenden Rohstoff- und Energiepreisen sowie hohen technikbedingten Investitionen. "Die größtenteils familiengeführten, mittelständischen Betriebe der Druckindustrie können sich mit den starren, kostenträchtigen Regelungen des MTVs kaum mehr behaupten", sagt bvdm-Hauptgeschäftsführer Paul Albert Deimel.

Die Betriebe benötigten daher dringend mehr Flexibilität, um den Anforderungen der Kunden besser gerecht zu werden. Dazu fordern die Arbeitgeber unter anderem eine flexible Öffnung der Arbeitszeit von der immer noch geltenden 35-Stunden-Woche auf bis zu 40 Stunden pro Woche. Außerdem sollen die strengen Maschinenbesetzungsregeln, die den Entwicklungen der Technik und den Anforderungen der Betriebe nicht mehr gerecht werden, neu definiert werden. Die Arbeitgeber appellieren an die Gewerkschaft, zur Sicherung des Flächentarifvertrages an einer zukunftsorientierten Gestaltung des Manteltarifvertrages mitzuwirken. Wolfgang Pütz meint abschließend: "Die Tarifpartner haben eine hohe Verantwortung für die Betriebe und die Beschäftigten. Diese müssen wir gemeinsam wahrnehmen".

Beschäftigte im Streik

Derweil streikten am vergangenen Freitag rund 2.500 Beschäftigte der Druckindustrie in mehr als 50 Betrieben. Sie protestierten gegen die von den Arbeitgebern geforderten Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen. Unterstützt wurden sie dabei von rund 1.300 Redakteurinnen und Redakteuren, die im Rahmen ihrer eigenen Tarifrunde teilnahmen. Frank Werneke, der stellvertretende Verdi-Vorsitzende, sagt: "Die Beschäftigten in Druckereien, Redaktionen und Verlagen sind nicht bereit, sich Spardiktaten der Arbeitgeber zu unterwerfen und kämpfen gemeinsam für ihre Tarifverträge und angemessene Einkommenserhöhungen". (kü)
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