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27.04.2017  Wirtschaft
Ergebnis und Gewinn steigen
Nach dem zu Monatsbeginn angekündigten Einstieg in das Marktsegment Digitaldruck mit Eigenprodukten legt der Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer AG (KBA) jetzt seinen Konzernbericht für das Geschäftsjahr 2010 vor.
Der Auftragseingang im Konzern stieg gegenüber dem Krisenjahr 2009 um 45,4 Prozent auf 1.284,9 Millionen Euro. Dabei legten die Bestellungen im Geschäftsbereich Bogenoffsetmaschinen um 33,8 Prozent auf 621,6 Millionen Euro und im Segment Rollen- und Sondermaschinen um 58,2 Prozent auf 663,3 Millionen Euro zu. Der Auftragsbestand im Konzern lag Ende Dezember mit 440,8 Millionen Euro um 31,6 Prozent über dem Vorjahreswert. 

Nach dem konjunktur- und strukturbedingten deutlichen Rückgang in den beiden Vorjahren stieg der Konzernumsatz 2010 wieder um 12,3 Prozent auf 1.179,1 Millionen Euro an. Der Segmentumsatz mit Bogenoffsetmaschinen übertraf mit 551,1 Millionen Euro den Vorjahreswert um 15,1 Prozent. Der Umsatz mit Rollen- und Sondermaschinen legte um 9,8 Prozent auf 628,0 Millionen Euro zu.

Preisdruck durch Überkapazitäten

Dabei litt das Geschäft mit großen Rotationsanlagen für die Zeitungsindustrie unter dem deutlich geschrumpften Auftragsbestand zu Beginn des Berichtsjahres und unter der durch konkurrierende Online-Aktivitäten gebremsten Investitionsneigung der Branche. Im Anlagenbau belebte sich die Nachfrage erst in der zweiten Jahreshälfte, blieb aber weiter deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Durch die in den Kernmärkten Bogen-, Rollen- und Zeitungsdruck bei den Lieferanten noch vorhandenen Überkapazitäten besteht weiterhin ein intensiver Preisdruck. KBA konnte das im Vorjahr mit 8,7 Millionen Euro positive Betriebsergebnis im Konzern auf 22,2 Millionen Euro mehr als verdoppeln und in beiden Geschäftsbereichen einen Betriebsgewinn erzielen.

Positiver Trend soll fortgesetzt werden

Im Geschäftsbereich Bogenmaschinen führten der Umsatzzuwachs und die positiven Kosteneffekte aus dem Restrukturierungsprogramm zu einer Verbesserung des Betriebsergebnisses von minus 23,1 Milliionen Euro 2009 auf 8,2 Millionen Euro im Berichtsjahr. Sofern die aktuellen Entwicklungen im wirtschaftlichen Umfeld das für 2011 prognostizierte Wachstum der Weltwirtschaft nicht entscheidend bremsen, erwartet KBA aufgrund des höheren Auftragsbestands zu Jahresbeginn und der Bestelltätigkeit in den ersten Monaten eine Fortsetzung des positiven Umsatz- und Ergebnistrends.

Dagegen wird das gegenüber 2009 auf 14,0 Millionen Euro gesunkene Betriebsergebnis der Sparte Rollen- und Sondermaschinen stärker als im Vorjahr durch den Nachfrageeinbruch bei Rotationsanlagen belastet. Hier machen sich das Fehlen der bereits in 2008 und 2009 abgearbeiteten Aufträge aus guten Jahren, unbefriedigende Margen auf einem Käufermarkt und die unzureichende Auslastung der betroffenen Produktionswerke bemerkbar.

**break**Bei einem Finanzergebnis von minus 6,9 Millionen Euro (2009: minus 6,0 Millionen Euro) weist KBA ein mit 15,3 Millionen Euro über dem vorhergehenden Jahr (2009: 2,7 Millionen Euro liegendes Konzernergebnis vor Steuern aus. Der Jahresüberschuss liegt mit 12,5 Millionen Euro (2009: 6,6 Millionen Euro) ebenfalls über dem Vorjahr. Dies entspricht einem anteiligen Ergebnis je Aktie von 0,76 Euro. Nach zwei dividendenlosen Jahren wollen Vorstand und Aufsichtsrat der am 16. Juni 2011 in Würzburg tagenden Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividende von 0,30 Euro je Stückaktie vorschlagen.

Hohe Exportquote


Mit 88,5 Prozent des Konzernumsatzes (2009: 84,5 Prozent) erreichte die Exportquote des Druckmaschinenherstellers trotz der im Berichtsjahr anziehenden Inlandskonjunktur ein historisches Hoch. Der im langjährigen Durchschnitt bei gut 50 Prozent liegende Anteil des europäischen Auslandes ging aufgrund der anhaltend schlechten Wirtschaftslage im Süden und anderen Teilen der EU auf nur noch 28,5 Prozent zurück. Erstmals in der 194-jährigen KBA-Geschichte verdrängte die Wachstumsregion Asien-Pazifik mit einer Regionalquote von 29,4 Prozent den traditionellen Hauptabsatzmarkt Europa auf den zweiten Platz. Daran hatte das boomende Bogenoffsetgeschäft mit der Volksrepublik China einen entscheidenden Anteil.

Die Verschiebung der wirtschaftlichen Gewichte in Richtung Fernost gilt für die gesamte Branche. Trotz einer spürbaren Belebung des Seriengeschäfts trug Nordamerika angesichts der weiter schwachen Investitionsneigung der Zeitungsindustrie mit einer Quote von 10 Prozent weniger zum Konzernumsatz bei als im Vorjahr (13,9 Prozent). Deutlich zugelegt haben dagegen die Schwellenmärkte Lateinamerika und Afrika mit zusammen 20,6 Prozent gegenüber 12,1 Prozent in 2009.

Zum Jahresende 2010 waren im KBA-Konzern 6.419 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, 550 weniger als im Vorjahr. Die Verringerung der Belegschaft um rund 1.700 Stellen seit Ausbruch der Wirtschaftskrise im Herbst 2008 ist eine Folge des geschrumpften Markt- und Umsatzvolumens. Nach vollständiger Umsetzung der noch nicht komplett abgeschlossenen Konsolidierung wird die KBA-Gruppe rund 25 Prozent weniger Beschäftigte haben. Die Ausbildungsquote stieg im Vergleich zum Vorjahr von 5,8 auf 6,5 Prozent.

Ausblick 2011: Moderates Wachstum bei Umsatz und Ergebnis


In seinem Ausblick auf das neue Geschäftsjahr 2011 verweist der KBA-Vorstand auf die durch die aktuellen Entwicklungen in Nordafrika und Japan, die anhaltende Schuldenkrise in Europa, die Preisentwicklung an den Energie- und Rohstoffmärkten und die möglichen negativen Auswirkungen der Inflationsbekämpfung in China zuletzt wieder deutlich gewachsenen Risiken für die Exportwirtschaft. Dennoch zeigt sich der Vorstandsvorsitzende Helge Hansen weiter zuversichtlich, die positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung der KBA-Gruppe in den letzten beiden Jahren auch 2011 fortsetzen zu können.

Helge Hansen sagt: "Die ungewöhnlich hohen Zuwachsraten in 2010 resultieren zum Teil aus den krisenbedingt schwachen Vorjahreswerten und sind in dieser Höhe unter den absehbaren weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen kaum wiederholbar. Gleichwohl sieht unsere Konzernplanung für 2011 bei Umsatz und Ergebnis einen moderaten Anstieg vor. Beide Geschäftsbereiche sollen dazu ihren Beitrag leisten." Weitere Informationen will das Management angesichts des derzeit sehr volatilen Umfeldes bei der Vorlage des Berichts über das erste Quartal Mitte Mai dieses Jahres geben. (kü)
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