Wirtschaftliche Lage stagniert

Die Druckindustrie schrumpft, obwohl Print der größte Werbeträger bleibt: Das ist das Fazit der Jahrespressekonferenz des Bundesverbands Druck und Medien.

Paul Albert Deimel und Rolf Schwarz

Im Jahr 2012 erwirtschafteten die rund 9.400 Unternehmen der Branche einen Umsatz von circa 20,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Minus von 2,5 Prozent zum Vorjahr mit 21,05 Milliarden Euro. In diesen Zahlen enthalten ist  nicht der Verpackungsdruck, aber der Etikettendruck. Bis April 2013 sind die Umsätze um weitere 3,4 Prozent gesunken. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet der bvdm allenfalls Stagnation, beziehungsweise keine wirkliche Besserung der wirtschaftlichen Lage.

Druckbranche wird industrieller

Die Kapazitätsauslastung der Druckbetriebe verbesserte sich geringfügig im Jahresdurchschnitt 2012 auf 81,8 Prozent, nach 81,4 Prozent im Vorjahr. Insgesamt befindet sich die Druckindustrie immer noch in einem Strukturwandel, der die Branche zunehmend industrieller und technologieintensiver werden lässt. Gleichzeitig geht dies mit Betriebsschließungen und Arbeitsplatzabbau einher.

In der deutschen Druckindustrie arbeiteten 2012  rund 151.000 Mitarbeiter, das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr mit 154.524. Die Zahl der Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten verringerte sich um 3,5 Prozent auf 9.403 verglichen mit 9.746 im Vorjahr. Die größten Verluste mit minus 7 Prozent und 2.179 Beschäftigen verzeichnen die Betriebe mit 20 bis 49 Beschäftigten.

Preise decken steigende Kosten nicht

Die Erzeugerpreise für Druckleistungen stiegen im Jahr 2012 um 1,1 Prozent. Sie deckten, so der bvdm, allerdings bei weitem nicht die seit Jahren stark steigenden Kosten insbesondere für Energie und Rohstoffe. Im Jahr 2012 lernten in den drei Ausbildungsjahren 14.722 Auszubildende einen Beruf in der Druck- und Medienwirtschaft. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse fiel im Jahr 2012 gegenüber 2011 mit 5.445 Neuverträgen um 8,5 Prozent.

Die langfristige Zukunft von Print sieht der bvdm dennoch positiv. Print sei mit einem Anteil von 68 Prozent größter Werbeträger in Deutschland. "Print ist ein Kulturgut und unersetzlicher Informationsträger. Statt Restriktionen und Marktbarrieren muss die Politik für Stabilität von Print in seiner ganzen Vielfalt, wie Zeitungen, Zeitschriften und Büchern in Deutschland sorgen", forderte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Paul Albert Deimel. 

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